Koscher in Edinburgh

© Jüdische Zeitung, Mai 2007

Deutscher Konditor bäckt für jüdische Kunden

Koscher schottische Backware Foto: Archiv

Edinburghs jüdische Bevölkerung hat wieder eine örtliche Versorgung mit koscherem Brot und mehr. Bis Anfang 2006 versorgte ein alteingesessener gelernter jüdischer Bäcker die Gemeinde, doch sein Geschäft wurde aus Altersgründen geschlossen. Da bot Konditormeister Falko Burkert seine Hilfe an. Nach einigen Gesprächen bäckt Falko seit Februar unter Aufsicht von Rabbiner David Rose wöchentlich Challah. Mittlerweile wurde das Sortiment um ein koscheres Roggenbrot erweitert. Sobald die Brote den Ofen verlassen, sind sie auch schon verkauft, so groß ist die Nachfrage dank der Mund-zu-Mund-Propaganda.

Falko ist seit mehr als neun Jahren in Edinburgh ansässig und hat schnell die Gaumen seiner Kunden erobert. Anfänglich war er in verschiedenen Gourmetetablissements in Edinburgh tätig, bevor er seine eigene Konditorei in seiner Wohnungsküche begann. Sein Stand auf dem Edinburgh Farmer's Market wurde im Mai 2005 eröffnet, und Falko gewann gleich in jenem Jahr den Ehrentitel «Stallholder of the Year», einen Titel, den er auch 2006 beibehielt! Ein Jahr später war es dann soweit: Falko eröffnete seinen eigenen Laden im populären Innenstadtviertel Bruntsfield. Falkos Popularität brachte in diesem Jahr eine weitere Auszeichnung, «The Observer Food Monthly Awards 2007 - Best Producer» und eine Geschäftserweiterung durch die bevorstehende Eröffnung einer Filiale im malerischen Küstenort Gullane.

Bruntsfield ist nicht weit von der orthodoxen Synagoge entfernt und ebenso gut erreichbar für Mitglieder der liberalen Gemeinde, die sich in verschiedenen Räumen in Stadtnähe trifft. Besonders die jungen (zum Teil deutsch-) jüdischen Familien in Tollcross, Bruntsfield und Morningside freuen sich über diese hausnahe freundliche Versorgung mit koscheren Backwaren. Die Gegend, gut bestückt mit kleinen Pensionen, ist auch attraktiv für Touristen, denn die Innenstadt mit Burg und Königspalast sowie Einkaufszentren ist zu Fuß zu erreichen. Und wenn einem nach dem vielen Sightseeing die Füße wehtun, kann man sich in Falkos Konditorei (www.foodwithlust.com) bei einem guten Kaffe ausruhen.

Hannah Holtschneider


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